Menschen bewegen: Wie man wirkungsvoll in der Öffentlichkeit spricht

10.08.2018

In der Brennweite der Öffentlichkeit zu stehen ist keine leichte Schule für ungeübte Sprecher. Hochgelobter Vortrag oder seitenweise Seitenhiebe in der morgigen Fachpresse. Wer in der Öffentlichkeit spricht, verlässt unter Garantie seine persönliche Komfortzone. Im Buch „The Book Of Lists“ von William Morrow führt das Reden in der Öffentlichkeit die Liste der Ängste unbestritten auf Platz 1 an. Während sich im näheren Geschäftsumfeld die Reaktionen auf einen Vortrag leichter abschätzen lassen, ist ein Vortrag im öffentlichen Umfeld ohne entsprechende Vorbereitung ein regelrechter Blindflug.

Wirkung entsteht durch Selbstwirksamkeit

Wer wirkungsvoll die Öffentlichkeit ansprechen möchte, muss sich seiner eigenen Wirkung bewusst sein. Die Bühne ist ein idealer Ort hierfür. Damit dem Vortragenden gleich zu Beginn die volle Aufmerksamkeit geschenkt wird, muss er sich und seinem Thema Bedeutung verschaffen. Würde man versuchen, das Wort Bedeutung in eine Gleichung zu setzen, dann ergäbe sich Bedeutung aus der Fähigkeit, die Relevanz für das Publikum herauszustellen, die Absicht des Redners zu vermitteln und mit einer klaren Agenda dem Vortrag eine Gliederung zu verleihen – und damit ist nicht die tabellarische Auflistung der Themenpunkte gemeint, sondern die klare Steuerung der allgemeinen Erwartungshaltung.

Relevanz erzeugen Sie durch beeindruckende Zahlen, Daten und Fakten, die Ihrem Thema Gewicht verleihen. Das alleine wird aber nicht reichen, hätte die vorzustellende Thematik nicht einen unmittelbaren Wirkungsgrad auf das Publikum: So sind beispielsweise laut einer unabhängigen Studie des Wallstreet Journals 97 % aller gehaltenen Präsentationen der vergangenen 10 Jahre schlichtweg enttäuschend. Ein Umstand, der auch über Ihren Unternehmenserfolg in Zukunft entscheiden wird…

Geübte Redner sind darüber hinaus in der Lage, ihren Vortrag an ein Versprechen zu knüpfen: Ich werde Ihnen zeigen, dass… / Nach diesem Vortrag sind Sie in der Lage, dass…  Formulierungen, die den gewünschten Effekt im Publikum erzielen.

Der persönliche Auftritt

Im Folgenden gilt es nun, die aufgebaute Erwartungshaltung zu erfüllen. Gut ausgearbeitete Folien können den Vortrag bereichern. Ob unterstützt durch Folien oder nicht: Sie müssen die Wirkung des Gesagten verinnerlicht haben. Denn Wirkung entsteht durch den persönlichen Auftritt des Redners. Eine Choreografie zwischen dem gesprochenen Wort und der eigenen Körpersprache. Nicht umsonst gehört die Pause zu den wichtigsten rhetorischen Mitteln, die einem Sprecher zu Verfügung stehen. Und in diesem Zusammenhang die sogenannte Wirkungspause.

Die Inszenierung

Während manch einem Vortrag schon durch eine saubere Gliederung Eingängigkeit verliehen wird, setzen routinierte Sprecher auf drastischere Mittel: die Inszenierung. Ob beeindruckende Objektlehre oder radikale Kehrtwendungen, das Momentum liegt in der Unvorhersehbarkeit. Vermeiden Sie jedoch Effekthascherei, die vom eigentlichen Kern Ihrer Thematik ablenkt.

Inszenierung bei einer Rede in der Öffentlichkeit

Inszenierung einer Präsentation

Ihr Tatmotiv

Je häufiger Sie in der Öffentlichkeit sprechen, umso klarer können Sie die Wirkung Ihrer Persönlichkeit einschätzen. Wer Wirkung erzeugen möchte, der tut gut daran, die eigene Verbindung mit der Thematik für das Publikum greifbar zu machen. Was bedeutet Ihnen das Thema als Redner? Was waren Ihre Beweggründe? Warum möchten Sie mit der Welt darüber sprechen? Dadurch schaffen Sie eine Verbindung zum Publikum und werden für die Allgemeinheit nachvollziehbar und unter Umständen sympathisch, zwangsläufig auf jeden Fall authentisch wahrgenommen.

Die Persönlichkeit in der Öffentlichkeit

Doch egal ob Sympathieträger oder polarisierender Redner: Starke Sprecherpersönlichkeiten verankern sich deutlich stärker im Gedächtnis. Shocking Statements oder die rührende eigene Vita. Wer in der Öffentlichkeit bestehen möchte, braucht ein Profil. Je spitzer Ihre Profilierung, umso besser. Lieber ein Redner mit Ecken und Kanten, anstelle einer glatten austauschbaren Figur. Ebenso erkennt man gute Weine oder edle Parfüms an ihrer unverkennbaren Note. Bleiben Sie vor allem Sie selbst.

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