#LearnedByCorona

23.03.2020

Zwischen Nudel-Notstand und Klopapier-Schlägereien, zwischen maßloser Panik und verantwortungsloser Leichtigkeit, zwischen all den beunruhigenden Nachrichten der letzten Tage, gibt es doch etwas Positives zu entdecken. Denn Corona hat uns vieles gelehrt. Vor allem über uns selbst.

Noch vor wenigen Wochen war alles ganz normal. Mit einem Ohr hat man die Berichterstattung aus China mitverfolgt. Irgendwo am Rande des Bewusstseins durchaus beunruhigend. Aber das menschliche Gehirn ist bekanntermaßen gut darin, uns in Sicherheit zu wiegen. Wir nutzen Präsentationen schon immer, um unseren Mitarbeitern jederzeit einen transparenten Einblick in Entscheidungen und aktuelle Entwicklungen zu geben – Leading by Presentations. Daher haben wir mit Beginn der Infektionen in Deutschland ein wöchentliches Corona-Update in unser Teammeeting Good Morning Explain eingebettet.

Am Anfang wirkte es noch etwas übertrieben, dem Thema so viel Raum zu geben. Und trotzdem haben wir darüber gesprochen, wie man sich eigentlich die Hände wäscht. Wie man ein Husten in einen Dab verwandelt. Wie man sich mit Kicks begrüßt, die zuletzt im Hip-Hop der 90er-Jahre modern waren und jetzt als Wuhan-Shake wiederentdeckt wurden. Dann stiegen die Fallzahlen rapide an. Wenn bis Donnerstagabend die Datei erstellt wurde, war klar, dass die Zahlen freitags um 11 Uhr bereits überholt waren.

Trotzdem war die Stimmung noch gelockert. Bis zur Good Morning Explain am Freitag, den 13. Die Pressekonferenz am Vorabend war deutlich in ihren Empfehlungen. Und unsere Konsequenzen daraus waren es ebenfalls. An diesem Tag schickten wir alle Mitarbeiter bis auf Weiteres ins Homeoffice. Ein harter und schneller Einschnitt in den gewohnten Alltag. Aber was haben wir daraus gelernt?

Homeoffice als Dauerzustand?

Ja klar, wir sind digital! Manche von uns sogar Digital Natives. Da ist schnell mal die WhatsApp an den Kollegen verschickt, der eigentlich nur zwei Tische weiter sitzt. Und trotzdem bringen uns Online-Meetings an unsere Grenzen. Oder an die Grenzen der Internetverbindung. Homeoffice auf unbestimmte Zeit. Das erfordert einiges an Umdenken. Auf einmal wird es wichtig, wirklich ergonomisch arbeiten zu können. Es braucht einen ausgeklügelten Plan, wie Kunden uns zuverlässig erreichen. Und es braucht Systeme, um die Kultur und den Austausch am Leben zu erhalten. Bei Explain ist es beispielsweise Tradition, dass man jeden Mitarbeiter morgens persönlich begrüßt. Das ersetzen wir nun durch morgendlichen Online-Meetings mit Videoübertragung. Allein von Zuhause aus zu arbeiten, verändert vieles. Und trotzdem gibt es weitaus größere Umstellungen.

Das Aus für öffentliche Veranstaltungen?

Schon Wochen vor den offiziellen Maßnahmen wurden zahlreiche Messen und Veranstaltungen abgesagt oder auf den Herbst verschoben. Wir finden es mutig (und richtig) diese Vorsichtsmaßnahmen auch ohne gesetzlichen Zwang zu ergreifen. Und gerade, wenn man Produkte in die Hand nehmen muss, Dinge ausprobieren, live erleben – dann gibt es leider keine Alternative. Doch kann man wichtige strategische Ankündigungen einfach um drei Monate verschieben? Oder Veranstaltungen, für die bereits zahlreiche Sprecher gebucht sind? Es gibt zahlreiche Beispiele, die uns zeigen, dass es auch anders geht. Ein Kunde von uns setzt nun konsequent auf Broadcast-Events. Mit einem anderen Kunden läuft das Trainingspaket weiter wie geplant – allerdings als Webinar. Aus Kongressen werden Online-Summits. Konzerte live auf Facebook gestreamt. Wer weiß, was als Nächstes kommt. Speed-Pitching mit Chat-Roulette?

Die Planbarkeit der Dinge.

Das agile Arbeiten in Teams hat der Roadmap schon lange den Kampf angesagt. Wir haben im letzten Jahr viel dazu gelernt. Haben uns öfter ausgetauscht, kleine tägliche Absprachen im Arbeitsalltag verankert. Und trotzdem haben die Entscheidungen seit Corona eine ganz neue Dynamik bekommen. »Lieber noch mal eine Nacht darüber schlafen«. Dinge, die wir vor einem Monat noch ins Morgen vertagt hätten, werden jetzt direkt entschieden und umgesetzt. Bei strategischen Entscheidungen sprechen wir im Präsens. Denn wir wissen mittlerweile, dass wir nicht wissen, was morgen passiert. Und das kommunizieren wir ganz transparent.

Nur der Anfang.

Das sind nur drei erste Erkenntnisse und viele weitere werden mit Sicherheit folgen. Corona kann uns noch vieles lehren – vorausgesetzt wir sind offen dafür. Für uns bei Explain ist es jedenfalls eine Chance, Präsentationen von einer ganz neuen Perspektive zu betrachten und unsere Arbeitsweisen von Grund auf zu hinterfragen. Wie funktioniert Vertrieb ohne Termin vor Ort? Wie inszeniert man digitale Events? Wie funktioniert ein Webinar in spannend? Wie führt man Mitarbeitergespräche? In den kommenden Wochen möchten wir genau diese Dinge unter dem Hashtag #LearnedByCorona beleuchten und dazu mit euch in den Austausch gehen. Denn so lernt man letzten Endes am meisten: durch den Austausch menschlicher Erfahrungen – auch wenn dieser nun rein digital erfolgt.