Live aus dem Homeoffice

08.05.2020

Das Homeoffice als Bühne wirkungsvoller Online-Präsentationen

Obwohl ein großer Teil der Welt im Homeoffice sitzt, wird auch weiterhin präsentiert. Das Leben steht nicht still, es verlagert sich lediglich zu großen Teilen ins Internet. Denn trotzdem müssen Entscheidungen getroffen, Kunden gewonnen oder Mitarbeiter abgeholt werden. Die klassische Meeting-Software hilft zwar, kleine Meetings und interne Absprachen zu ersetzen. Doch was geschieht mit den wichtigen Kommunikationsmomenten eines Unternehmens? Wie funktionieren beispielsweise strategische Präsentationen ohne Präsenz? Wie wird aus dem Homeoffice eine wirkungsvolle Bühne?

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir eine Taskforce rund ums Thema Online-Präsentation gegründet. Als Case Study diente dabei der eigene Quartalsabschluss. Welche Erkenntnisse wir dabei gewonnen haben und welche Hilfsmittel für Online-Präsentationen jeder Zuhause hat, das erfahren Sie jetzt!

Präsentieren von Zuhause. Ein Thema, das in Zeiten der Pandemie viele beschäftigt. Schließlich arbeiten nun bis zu 25 Prozent der Angestellten im Homeoffice – darunter zahlreiche Führungskräfte und häufig auch der Chef selbst. Live-Präsentationen, Meetings, Trainings, Strategieveranstaltungen – sie alle fallen dem Kontaktverbot zum Opfer. Ersetzt werden sie durch Webmeetings, Webinare, Online-Präsentationen. Soweit, so gut?

Die technische Hürde ist grundsätzlich überwindbar. Folien werden für alle sichtbar geteilt, die Inhalte auf der Tonspur vermittelt, die Dramaturgie in eine digitale Journey umgewandelt, der physische Raum weicht dem virtuellen. Doch wie kann die Wirkkraft des Sprechers wiederhergestellt werden? Schließlich ist er als Sender der Botschaft Dreh- und Angelpunkt der Präsentation.

Der Sprecher im Fokus

Von Angesicht zu Angesicht, auf Augenhöhe, unter vier Augen, vis-à-vis – wenn wir nach Worten suchen, um ein Gespräch zu beschreiben, so ist das menschliche Antlitz Namensgeber vieler Redewendungen. Das ist naheliegend. Denn der Blick in das Gesicht ist Voraussetzung, damit die Spiegelneuronen ihr Werk verrichten können. Dieses Resonanzsystem im Gehirn sorgt dafür, dass wir Gefühle deuten und nachempfinden können, Empathie empfinden und Beweggründe nachvollziehen. Und deshalb fällt dem Sprecher einer Präsentation – seiner Mimik, seinem Charisma und seiner Persönlichkeit – so eine wichtige Rolle zu. Und während im Webmeeting die Folien den Monitor einnehmen, wird die Wirkung des Sprechers auf eine Videominiatur begrenzt. Das wird vielleicht einer kurzen Absprache gerecht. Doch es genügt nicht für strategische Präsentationen, für Krisenkommunikation oder wenn Partnerschaften beschlossen werden sollen.

Als Präsentationsagentur trifft uns das besonders. Zum einen, da unsere Kunden weiterhin mit Präsentationen ans Ziel kommen sollen. Jahresauftakt, Recruiting, Vertrieb, Erfolgsstrategien, Krisenkommunikation oder auch die Hauptversammlung – diese Präsentationen sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung. Und das meiste davon muss vorerst digital stattfinden. Zum anderen, da wir selbst eine ausgeprägte Präsentationskultur leben und einen hohen Anspruch an unsere eigenen Präsentationen haben. Daher riefen wir eine Taskforce ins Leben, die sich mit dem Thema Online-Präsentation auseinandersetzen sollte. Als Case Study diente der anstehende Quartalsabschluss von Explain.

Der Chef als Kunde

Der Quartalsabschluss wird bei Explain traditionell mit Präsentationen inszeniert. Jonas Keller, CEO von Explain, tritt vor das Team und spricht über Ziele, neue Mitarbeiter oder strategische Kursabweichungen (zu denen sicher auch Corona zählt). Jeder Mitarbeiter soll transparente Einblicke in anstehende und vergangene Entscheidungen erhalten. Nähe und Vertrauen spielen bei dieser Art der Kommunikation eine wichtige Rolle. Deshalb findet in der Regel ein umfangreiches Rahmenprogramm, von Get-together bis Feierabendbier, statt.

Dieses Mal hingegen war eine digitale Experience gefragt – denn auch Explain ist im Homeoffice. Der eigene Chef sollte nun wie ein Kunde durch den Prozess begleitet werden. Das Ziel: Eine wirkungsvolle Strategie-Präsentation, die aus dem Homeoffice heraus funktioniert, das Publikum einbindet und den Sprecher zurück ins Rampenlicht führt.

Das Wohnzimmer als Studio

Getestet wurden verschiedene Aufbauten. Die einfachste Möglichkeit ergab sich durch eine Streaming-Software. Mit wenig Aufwand kann so das Interface der Präsentation beeinflusst werden und das Signal in jede Meeting-Software eingespeist werden. Konkret bedeutet das: Der Sprecher kann sein Video auch hochkant neben die Folie legen und präsentiert – quasi side-by-slide – in höherer Auflösung neben seiner Folie. Mit etwas mehr Aufwand kann das Sprechervideo aber auch in das Layout der Folie integriert werden. Inhalt, Folie und Sprecher verschmelzen so im virtuellen Raum. Doch auch im physischen Raum entstehen durch einen Greenscreen zahlreiche Möglichkeiten. Der Sprecher kann dann sogar freigestellt werden und präsentiert wie gewohnt vor seiner Folie.

Natürlich sind es auch die kleinen Dinge, die sich auf die Qualität auswirken. Beispielsweise erzeugt Blickkontakt auf Augenhöhe mit der Kamera eine besonders nahe Wirkung. Dafür muss lediglich der Laptop auf einem Stapel Bücher oder auf einer Kiste platziert werden. Oder mit einem transparenten Vorhang das Licht weichgezeichnet. Viele Verbesserungen sind durch einfache Hilfsmittel realisierbar. So wird jedes Wohnzimmer zu einem Studio.

Bühne frei

Innerhalb einer Woche wurden Videoeinstellungen definiert und die Folien entsprechend angepasst. Wir entschieden uns für eine Kombination verschiedener Settings, die während der Präsentation umgeschaltet werden konnten. Außerdem integrierten wir Videoteaser, Countdown, Musik und interaktive Easter Eggs für die Mitarbeiter. Dann war es soweit. Bühne frei für den ersten digitalen Quartalsabschluss.

Jonas Keller erzählte von aktuellen Herausforderungen, Erkenntnissen und kleinen Siegen. Zwischen den Botschaften wechselten Folienlayouts und Videosettings nahtlos durch. Dabei war er als Sprecher immer im Fokus der Mitarbeiter, interagierte mit den Folien und konnte auch Gestik wie gewohnt einsetzen. Selbst die Mimik war gut zu erkennen. Aber natürlich lief nicht alles perfekt. Die Bandbreite sorgte für den ein oder anderen Ruckler. Und wie immer gab es Teilnehmer, die aus dem Meeting flogen.

Und trotzdem sehen wir die erste Interpretation der Homeoffice-Bühne als tollen Startschuss. Nun sind wir in der Nachbereitung, arbeiten weiter daran, das Ergebnis zu verbessern. Wir konnten mit diesem Projekt ein Stück Professionalität in unser Homeoffice holen. Und das ist es, was wir auch unseren Kunden ermöglichen möchten. Professionell und wirkungsvoll zu präsentieren – ganz egal, ob das auf einer echten Bühne, im Meetingraum oder im Homeoffice stattfindet. Mehr zum Thema online präsentieren finden Sie hier!