• Sprecher vor Gruppe bei Training vor großen Screen

Märkte bewegen: 7 Tipps für die überzeugende Investorenpräsentation

06.09.2018

Das Thema Investorenpräsentation ist seit dem Erfolg der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ auch in der Öffentlichkeit angekommen. Jede Woche wird hier über die Zukunft von Start-ups entschieden, ein zentrales Kriterium ist dabei die Präsentation. Wer die Sendung schaut, fragt sich vermutlich manchmal, wie oft gute Ideen durch eine mangelhafte Präsentation zerstört werden. Und damit wahrscheinlich auch die Zukunft eines Unternehmens.

Wenn man in der Präsentation es nicht schafft, Investoren zu überzeugen, dann ist die Idee auch nichts wert. Umso wichtiger ist es also zu wissen, was eine Investorenpräsentation erfolgreich macht. Egal, ob Start-ups, die vor Investoren präsentieren oder DAX-Konzerne, die vor den Aktionären präsentieren. Die Investorenpräsentation entscheidet möglicherweise über Erfolg oder Untergang.

Investorenpräsentation vor Menschen

Investoren sind keine zahlengetriebenen Roboter. Investoren sind in erster Linie Menschen und menschliche Gehirne funktionieren alle ziemlich gleich. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat in seinem Buch „Thinking, Fast and Slow“ diese Funktionsweise simpel beschrieben. Es gibt sozusagen ein schnelles, emotionales System und ein langsames, logisches System. Um an das logische System zu gelangen, muss man jedoch zuerst am emotionalen System vorbei. Und das ist auch der Grund, warum man anders vorgehen sollte, als es weithin verbreitet ist, um Investoren glaubwürdig zu überzeugen. Es geht nicht ausschließlich um Fakten, Diagramme und Tabellen, sondern in erster Linie um Einzigartigkeit. Einzigartige Geschichten, einzigartige Ideen und natürlich damit auch eine einzigartige Möglichkeit für den Investor.

Tipps für die erfolgreiche Investorenpräsentation

Da jede Idee anders ist, kann es natürlich kein allgemeines Rezept für die richtige Investorenpräsentation geben. Hier sind ein paar Parameter, die nicht fehlen sollten und die mit Sicherheit positive Auswirkungen auf die Investorenpräsentation haben.

1. Die Big Idea des Geschäftsmodells

Allem voran steht die Leidenschaft für das Thema. Man merkt es, wenn der Präsentator für die Idee brennt. Umso wichtiger ist es für Gründer zu erzählen, warum die Idee entstanden ist und was der Auslöser dafür war, das Geschäftsmodell zu entwickeln. Diese Geschichten sind meistens das, was in Erinnerung bleibt. Wenn hinter dem Geschäftsmodell ein spannender Moment der Ideenfindung steht, dann ist dieser viel glaubwürdiger und überzeugender als ein paar Statistiken. Heureka!

2. Die Einzigartigkeit der Idee

Investoren stecken kein Geld in Modelle, die es schon in irgendeiner Form woanders gibt. Daher ist es wichtig, in der Präsentation darauf hinzuweisen, dass die Idee tatsächlich einzigartig ist. Das sollte man natürlich dann auch beweisen können. Seltene Ideen, die idealerweise durch einen Business Case erklärt werden können, zeigen eine Exklusivität und damit eine spannende und einzigartige Möglichkeit für den Investor auf.

3. Zahlen, Daten und Fakten

Auch die Hardfacts dürfen nicht fehlen. Investoren möchten nicht nur die Idee. Sie möchten auch wissen, wie viele Kunden für die Idee existieren und warum diese Kunden die Idee auch kaufen werden. Zusätzlich sollte man aufzeigen, wie viele Kunden Alternativen kaufen. Oder die Kosten zeigen, die entstehen, wenn Kunden die Idee nicht kaufen. So erschließt sich dann das Marktpotential für den Investor. Und er kann abschätzen, ob sich der Invest lohnt.

4. Der Kunde, der die Idee kauft

Wer kauft denn die Idee? Es geht nicht um eine Zielgruppe. Die Beschreibung von demographischen Merkmalen wie „männlich, zwischen 30 und 40 Jahre alt, wohnt in der Stadt“ sind einem Investor zu abstrakt. Idealerweise werden Personas entwickelt, mit psychologischen Merkmalen und Informationen zu deren Problemen, die gelöst werden können, dem Kaufverhalten oder verschiedenen Interessen. Diese stellt man den Investoren vor und beschreibt damit, mit wem man später Umsätze macht.

5. Die Köpfe hinter der Idee

Nicht vergessen darf man die Personen, die hinter dem Geschäftsmodell stecken. Aber Vorsicht: Hier geht es nicht um die gesamte Vita der Gründer. Viel besser sind beispielsweise die drei wichtigsten Kompetenzen, die bereits unter Beweis gestellt wurden. Der Investor muss an das Führungsteam glauben und sich sicher sein, dass dieses eine Vision verfolgt oder das Geschäftsmodell skalieren kann.

6. Soziale Komponenten im Business

Wenn das Geschäftsmodell unglaubliches Potential hat, auf dem Markt erfolgreich zu sein, dann ist das wunderbar. Darauf sollte man auch eingehen. Wenn man es nun schafft, auch noch eine soziale Komponente einzubauen, dann hebt sich das Modell noch einmal ab. Das hängt stark mit den Kunden zusammen, die vielleicht einen weiteren Mehrwert haben.
Soziale Komponenten helfen sowohl dem Erreichen von Kunden, aber auch von Investoren.

7. Übung macht den Meister

Neben der Leidenschaft und Begeisterung ist die Übung der Präsentation entscheidend. Also sollte man die Präsentation üben und perfektionieren – unter echten Bedingungen und nicht heimlich, still und leise vor dem Laptop. Und danach? Nochmal üben! Und nochmal!

Bewertung der Investorenpräsentation bei EXPLAIN

Bewertung der vorgestellten Präsentationen beim Pitchtraining der Start-ups für den CyberChampions Award bei EXPLAIN

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Präsentationsmagazin „F5 – The Magazine Of Presentations“. Dieses im deutschsprachigen Raum einzigartige Magazin können Sie auf Amazon erwerben.